31. Juli 2026

Hangout gewinnen 2026: Tirols Schüler:innen zeigen beim Junior Landeswettbewerb 2026, was in ihnen steckt

©Die Fotografen

Wer behauptet, junge Menschen seien wenig engagiert, bequem oder hätten keine Lust auf Verantwortung, hätte beim Tiroler Junior Landeswettbewerb 2026 genau hinsehen müssen. Denn hier zeigte sich ein anderes Bild: mutige Ideen, klare Ziele, starke Teams und Schüler:innen, die nicht nur über Zukunft sprechen, sondern sie aktiv gestalten.

Insgesamt 379 Schüler:innen aus Tirol entwickelten im Rahmen des Junior-Programms eigene Geschäftsideen, gründeten Schülerfirmen und stellten sich den realen Herausforderungen des Unternehmertums. 11 ausgewählte Junior Companies präsentierten ihre Projekte beim Landeswettbewerb vor Jury, Publikum und Vertreter:innen aus Wirtschaft und Bildung.

Gerade vor dem Hintergrund aktueller Jugendstudien gewinnt der Wettbewerb besondere Bedeutung. Diese zeigen eine Generation, die mit Unsicherheiten und gesellschaftlichem Druck konfrontiert ist, sich aber dennoch für Zukunftsfragen und gesellschaftliche Themen interessiert.

Der Junior Landeswettbewerb liefert dazu eine starke praktische Antwort: Die Jugendlichen entwickeln eigene Produkte, übernehmen Verantwortung, treffen Entscheidungen und arbeiten im Team. Damit zeigen sie eindrucksvoll, dass junge Menschen nicht passiv sind, sondern ihre Zukunft aktiv mitgestalten.

Schüler:innen zeigen Unternehmergeist, Haltung und Zukunftskompetenz

Die vorgestellten Projekte machten deutlich, welche Themen die junge Generation bewegen: Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Digitalisierung, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Gesundheit und Alltagstauglichkeit standen auch heuer im Mittelpunkt vieler Geschäftsideen.

„Der Wettbewerb zeigt, dass junge Menschen sehr wohl bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – wenn man ihnen Vertrauen schenkt, echte Aufgaben zutraut und ihnen die Möglichkeit gibt, ihre Stärken sichtbar zu machen“, betont Magdalena, Landeskoordinatorin für das Junior Company Programm in Tirol. „Genau diese Haltung und Tatkraft machen den Junior Landeswettbewerb so wertvoll: Die Schüler:innen entwickeln nicht nur Geschäftsideen, sondern wachsen auch persönlich an ihren Aufgaben.“

Sieg für Hangout von der Ferrarischule

Den Landessieg 2026 holte sich die Junior Company Hangout von der Ferrarischule mit einer nachhaltigen Lifestyle-Idee rund um bewusste Auszeiten im Alltag. Herzstück ist eine innovative 2-in-1-Hängematte, die sich in Sekunden in eine Picknickdecke verwandeln lässt; ergänzt wird das Sortiment durch Entspannungstee, Entspannungskissen, Organizer und weitere upgecycelte Accessoires. Mit dem Slogan „Wanna Hangout?“ möchte das Team Menschen dazu inspirieren, sich mehr Zeit für Entspannung und Gemeinschaft zu nehmen. Die Jury überzeugten vor allem die professionelle Umsetzung und das stimmige Gesamtkonzept. Mit dem Sieg qualifiziert sich Hangout für den Junior Bundeswettbewerb 2026 am 2. Juni 2026 und wird Tirol dort vertreten.

Platz zwei ging an LightMeUp von der HTL Anichstraße mit der Cosylamp – einer handgefertigten Dekorationslampe aus regionaler Zirbe und recyceltem PLA. Das integrierte Lithophan lässt ein Motiv erst durch das Licht von innen dreidimensional erscheinen.

Den dritten Platz erreichte Qb’s von der HTL Jenbach mit dem Motto „Mach deinen Desk smarter“. Das Team entwickelte einen modularen, individuell anpassbaren Desk-Organizer in Würfelform, der Ordnung, Design und smarte Technik verbindet.

Der Sonderpreis „Geschäftsidee 2026“ ging an UnTangle von der HTL Jenbach und PastaReViva von der Ferrarischule. UnTangle überzeugte mit anpassbaren Kabelaufwicklern gegen Kabelchaos – besonders beeindruckend, da ein einzelner Schüler hinter der Junior Company steht. PastaReViva rettet Nudeln aus Überproduktion, füllt sie in wiederverwendbare Gläser ab und ergänzt sie mit Gewürzmischungen und Chiliöl. Der Gewinn wird an das Caritas-Projekt „Ein voller Einkaufswagen“ für alleinerziehende Mütter gespendet.

Ein Wettbewerb, der mehr zeigt als Geschäftsideen

Der Tiroler Junior Landeswettbewerb ist weit mehr als ein schulischer Wettbewerb. Er zeigt, wie praxisnahes Lernen junge Menschen stärkt: Sie erleben, was es bedeutet, Verantwortung zu tragen, mit Unsicherheit umzugehen, Entscheidungen zu treffen und gemeinsam an einem Ziel zu arbeiten.

Gerade in einer Zeit, in der viele Jugendliche mit Zukunftsfragen, Leistungsdruck und gesellschaftlichen Krisen konfrontiert sind, setzt das Junior-Programm ein starkes Zeichen: Junge Menschen brauchen nicht nur Antworten – sie brauchen Möglichkeiten, selbst Antworten zu entwickeln.

Ein besonderer Dank gilt Hannes Mair von Mirakelbox für seine inspirierende Keynote und den authentischen Einblick in die Welt des Unternehmertums.

Ebenso herzlichen Dank an unsere Jury – Kathrin Schrebe, Claudia De Vincenzi,Patrick Zarda, James Nolan und Christian Kuen – für ihre Zeit, ihre Expertise und das wertschätzende Feedback an die Teams und an die Lehrpersonen, die dieses Schulprojekt überhaupt erst an den Schulen ermöglichen.